Freizeittagebuch Tage 15 und 16
15./16. Freizeittag Freitag/Samstag, 17./18.07. (von Birgit Hornig)
Ein letztes Mal (für´s erste) klingelt der Wecker um 7 Uhr, und mein Blick wandert zum Fenster: packen wir bei Sonnenschein oder bei Regen?! Glück gehabt – es ist trocken draußen. Das obligatorische Frühschwimmen fällt für mich aus – wir brauchen noch Auswertungskarten, die die Jugendlichen im Bus ausfüllen sollen; die müssen eben noch in den Rechner, wie auch der letzte Tagebucheintrag von Antonia: nach der dänisch-deutschen Grenze will Eddie sofort sein iPhone aktivieren und die neuesten Entwicklungen der Allgemeinheit zugänglich machen. (Die Wahrscheinlichkeit, dass erste Eltern nach 23.30 noch ins Internet geschaut haben ist möglicherweise eher gering, aber einmal vom Ehrgeiz gepackt, wird auch am letzten Tag nicht mehr schlapp gemacht. – Anmerk. der Autorin) ...
8h30 - wie gewöhnlich Frühstück, zum Nachtisch Verteilung der Putz- und Aufräumdienste. Die weiße Villa hatte in der Nacht noch Abschied gefeiert von den anderen Häusern und ist dabei etwas über ihr Ziel hinausgeschossen, aber im Handumdrehen sind die Auffälligkeiten der Nacht beseitigt, und am Ende unserer Putzaktion sieht das Undeland-Gelände genauso „lecker“ aus wie an dem Tag, als wir es zwei Wochen zuvor das erste Mal betreten hatten.

Lunchpakete sind geschmiert, Kathrin und Wolle haben am Tag und in der Nacht zuvor Pizza gebacken wie die Weltmeister, Bus und Bulli sind (beinah) optimal gepackt. Wir sind also gut ausgerüstet für die Reise. Bleibt noch genügend Zeit für eine gebührende Abschiedsrunde. Es stimmt wehmütig, wenn zwei so reich gefüllte Wochen dann wirklich zu Ende gehen. Ist es echt schon so lange her, dass wir – damals vor 15 Tagen – die Fähre nach Kristiansand verließen und in strahlendem Sonnenschein hier ankamen? Wir kannten uns kaum; manche besser, manche gar nicht, und in der gemeinsamen Zeit sind wir zu einer Gruppe zusammengewachsen. Die Spiel- und Sportprogramme, Workshops, Naturerlebnisse, „gruppendienliche Aufgaben“, Andachten, Mahlzeiten, Schabernack und Gespräche haben uns zusammen geschweißt und machen uns den Abschied schwer. Die Aussicht auf wartende Eltern, Geschwister und Freunde und das eigene Bett helfen uns dabei, dass wir trotzdem lachen und singend auf die Abfahrt warten. Haben wir das Liederbuch nun eigentlich komplett geschafft??!

Das Lamm mäht noch einmal kräftig zum Abschied, der Bus hebt ab und schaukelt uns sicher über die kurvigen kleinen Straßen zur Fähre. Vom überfüllten Tax-Free-Shop lassen wir uns gar nicht abschrecken und setzen die letzten norwegischen Krönchen um. Mancher denkt sogar an ein Mitbringsel für daheim (wer hätte das gedacht?!). Wieder wird die Gitarre ausgepackt; das Deck auf der Fähre wird bald zum kleinen open-air-Konzert (wäre ein Musikproduzent an Bord gewesen, hätte man sicher über einen Vertrag ins Gespräch kommen können ...) In Hirtshals angekommen fackelt der Busfahrer nicht lange: eine längere Pause – das soll reichen. Hauptsache nur, dass die Nachricht unserer verfrühten Ankunft auch die Eltern erreicht ...
4h00 – mit dem letzten Glockenschlag rollen wir in Ilten vor den Toren der Kirche ein, ½ Stunde später dann in Paulus. Nun ist auch die „Übergabe“ der uns anvertrauten Kinder an ihre Eltern gelungen. Das bisschen Material (gefühlte 457 Kisten und Kästen; in echt waren es wohl nur 57) wurden in der Paulusgemeinde sortiert. Lebensmittel an die Burgdorfer Tafel, Kreisjugendienstkisten in die Schillerslager Str., Technik ins Haus Hornig, wo sie später von Eddie und Kathrin abgeholt wird. Liegengebliene Handtücher eben noch mitwaschen, Bulli aussaugen und nach Lehrte bringen, und der letzte Tagebucheintrag darf auf keinen Fall fehlen! – eh man sich´s versieht ist auch der Samstag schon um. Die Geräuschkulisse, die kleinen Witzeleien, die Klingklongrunde und das Singen, Ihr Jugendlichen und Teamer fehlt mir irgendwie. Jedes kleine Paradies auf Erden hat eben auch ein Ende. Was wohl als nächstes kommt?
18. Jul 2009 | Wolle
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